18. September 2007
Das alte Lied...
An diesem Morgen beschäftigt uns die Frage (aus 1./2. Stunde Englisch): Hat Promiskuität[1] zwangsläufig etwas mit Sexualität zu tun? Gibt es so etwas wie zum Beispiel Essenspromiskuität? Und wenn ja, ist ein Vegetarier dann ein Essensmonogamist?
Die Welt der Fremdwörter ist wahrhaftig eine weite und lässt genügend Platz für geistreiche Spekulationen und Wortspiele – ganz im Gegenteil zu Fontane, der beschreibt und erzählt zu viel, als dass es da noch Platz genug für irgendwelche weitläufigen Gedanken geben könnte. Womit wir wieder beim Thema wären...[2]
Können wir dieses verdammte Buch vielleicht endlich mal beenden? Auf Dauer nervt es wirklich! Immerzu dieses Gejaule um Lene und das müde[3] Lächeln über Käthe – es ist doch sowieso immer das gleiche. Und dass Gideon (Lenes späterer Ehemann) besser ist als Botho, wie dieser abschließend (Schlusssatz) bemerkt, hätte ich ihm auch 50 Seiten vorher schon sagen könnte![4]
„Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser.“ Gideon besucht Botho um ihn über Lene und ihr Verhältnis auszufragen. Finden wir (zur Erinnerung: dieser Kurs besteht zu 95 % aus Weibsbildern) das gut?!
Soll das heißen Gideon misstraut Lene? Das ist wieder das doofe mit der lückenhaften deutschen Sprache: Misstrauen passt hier nicht, aber ein besseres Wort fällt uns nicht ein...
„Aber sie will nur, was sie glaubt verantworten zu können und wohl auch wirklich verantworten kann...“[5]
Endlich schneidet Fontane mal etwas existentiell wichtiges an: Freier Wille, Selbstbestimmung, Verantwortungsbewusstsein – handeln, ohne darauf zu hören, was andere, zum Beispiel die Gesellschaft, sagen oder festgefahrene Normen und Werte als „richtig“ bezeichnen.
Sowieso: Was ist überhaupt richtig und falsch? Wer legt das fest?[6]
Botho stellt fest (Kapitel 22): „Viel Freud, viel Leid. Irrungen, Wirrungen. Das alte Lied.“[7][8][9][10]
[1] Von „promiscuity“ – „Brave New World“, Aldous Huxley, Reclam
[2] A.d.A. 1: Autor 2 schläft
[3] A.d.A. 2: „Müde” – das ist das Stichwort des Tages
[4] Nachzutragendes Fallwort – fiel während der Schulkonferenz: „Bewegungslegastheniker“
[5] „Irrungen, Wirrungen“, Theodor Fontane, Reclam, S. 145 Z. 27 – 28
[6] A.d.A. 1: In Mathe – Herr Mengel.
[7] A.d.A. 2: Ja, das alte Lied – seit ungefähr 4 Wochen!
[8] A.d.A. 1: Ich muss dich korrigieren: Seit über 6 Wochen!
[9] A.d.A. 2: Entschuldige, ich habe das Zeitgefühl gänzlich verloren
[10] A.d.A. 1: Dann schlaf weiter.
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