14. August 2007
Die Schule – eine Klassengesellschaft?!
Wenn man dieser Tage durch die Flure des Schulgebäudes oder den Schulhof schlendert, sieht man sich mit allerlei obskuren und merkwürdigen Gestalten konfrontiert, die – meistens – in Gruppen auftreten. Denn eins ist klar: die gesichtslose Masse der Schüler teilt sich heutzutage in unterschiedliche Lebensstile oder sollte ich Klassen sagen?
Einen Großteil dieser Entwicklung verdanken wir unter anderem H&M, Myspace etc. Hier ist natürlich der Mainstream gemeint. Die High-Society würde es nicht einmal in Erwägung ziehen, ein solches Etablissement aufzusuchen.
High-Society schon in der Schule? Klingt komisch, ist aber so – die Aufteilung der ‚Klassen’ beginnt bereits im Jugendalter und zeichnet sich meist durch die Art und Weise der Kleidung aus.
Kleider machen Leute – sag mir, was du trägst und ich sag dir, wer du bist! So läuft das heute. Angefangen bei den Tokyo-Hotel-Fanatikern, die sich eigentlich mit ihrem Emostyle von der Masse abheben wollen, doch da sich dieser Style inzwischen zu einer (ziemlich merkwürdigen...) Modeerscheinung gewandelt hat, SIND sie DIE MASSE. Dann doch lieber alternativ.
So gesehen ist das allmorgendliche Vor-dem-Schrank-Stehen und Nachdenken, was man anziehen soll, mehr als eine Wahl der Kleidung – man trifft eine Wahl über Lebensstil, Einstellung, Charakter. Irgendwie erschreckend...
Nach diesem kurzen Abstecher in die Welt der Schülergesellschaft kehren wir jetzt endlich zurück zum Deutschunterricht - Die Frage: Was ist objektiv? Oder genauer gesagt, was ist „inter-subjektiv kontrollierbar“?
Jede der dargestellten Personen hört das Auto – wer hört das wahre / wirkliche Geräusch?
Wahres Geräusch? Klingt komisch, ist aber so. Oder auch nicht... äh.. ja... insgesamt gibt es vier inter-subjektiv wahrgenommene Geräusche.
Das klingt mir alles zu komisch – Fontane ist da handfester.
Behandeln wir nun die Frage, ist Fontanes Botho ein schleimiger Obermachooder ein netter und sympathischer Zeitgenosse? Naja, es gibt Leute, die stehen auf so was, aber meiner Meinung nach redet er zu viel
Hier gehen die Meinungen deutlich auseinander, aber so kommt die Diskussion in Schwung – Kunststück: In einem Deutschkurs, bestehend aus Mädchen (bis auf zwei männliche Außenseiter, deren Existenz man kaum wahrnimmt) redet man über einen Mann – das ist als wenn man Öl ins Feuer gießt: sofort geht es heiß her...
Und jetzt geht’s auch noch im Alkohol – also so was! Das Bildungswesen geht den Bach runter... Botho ist in dieser Konversation also angetrunken.
Aber: Das entschuldigt gar nichts!
Lene ist eine emanzipierte Frau – endlich ein interessantes Thema! Na toll – das Thema wird nur angeschnitten. Immer wenn es spannend wird! Über den Kerl reden wir fast ne halbe Stunde und für die Frau bleiben gerade mal drei Minuten – das ist Diskriminierung!
Beschäftigen wir uns also mit einer These Fontanes: „An den ersten 3 Seiten hängt immer die ganze Geschichte.“ Eine gewagte These und man muss sich jetzt natürlich fragen, ob der Autor von „Irrungen, Wirrungen“ hält, was er verspricht...
Er wäre ja schön doof, wenn er es nicht tun würde, oder?
(A.d.A. (1): Hiermit führe ich das Element des ‘Fallwortes’ ein – Def.: Ein Fallwort ist ein Begriff, der während des Unterrichts oder einer Diskussion fällt und so genial oder bescheuert ist, dass er hier unbedingt Erwähnung finden muss. Fallwort 1: Kleintuddelsheim.)