Die Täter - Für H&M

Die Täter - Für H&M
Ginger & Scary

Mittwoch, 28. November 2007

Tag 10

20. September 2007


Die Stunde der Wahrheit

Und das ist der Wahrheit:

Notenspiegel

1 2 3 4 5

3 5 6 10 1

Nun gut, man könnte ja jetzt meinen, dass der liebe Herr Schütte auf inhaltliche Dinge eingehen wird... falsch gedacht! Erst einmal muss die Frage nach dem Komma vor dem „und“ geklärt werden.

- Es regnete, als ich aus dem Haus ging, und dann kam auch noch der Bus zu spät.

Aha.

„Zitieren ist... äh... schwierich...“[1]

Der frühe Vogel fängt den Wurm, also setzt beim Zitieren die Gänsefüßchen so früh wie möglich! In diesem Satz wurden sage und schreibe ganze drei Tiere eingefügt.

„Ich gehe rum und beantworte Ihre Fragen. Was Sie so lange machen sollen? Mmh... Malen sie ein schönes Pferd.“[2]

Ha! Tier Nummer 4![3][4]

Weiter im Text...

Kapitel 23... schön!

„Wer kann von Süßigkeiten leben!“[5][6]

Tja, wer also der Ständegesellschaft entfliehen will, zieht gen Westen und wird Industrieller. Mmh... in den Westen... kommt einem doch irgendwie bekannt vor...[7]



[1] Zitat Schütte

[2] Zitat Schütte

[3] A.d.A. 2: Autor 1 amüsiert sich gerade köstlich über ihr Englisch-Essay, welches sie illegalerweise im Deutschunterricht anfertigt.

[4] A.d.A. 1: Man soll nicht mit Steinen werfen – wenn man im Glashaus sitzt: (Zitat Autor 2): “Ich glaube, ich mache mal schnell Englisch…” Soviel dazu.

[5] „Irrungen Wirrungen“, Theodor Fontane, Reclam

[6] A.d.A. 1 & 2: ICH!

[7] A.d.A. 1: Go West! Life is peaceful there…

Tag 8

13. September 2007


Es war einmal...

Man glaubt es kaum, doch es ist inzwischen über 2 Wochen her, dass wir uns das letzte Mal zu Wort gemeldet haben, doch das lag durchaus nicht an Faulheit (wie man vermuten könnte – zurecht...), sondern an einer Klausur, die geschrieben wurde, Projekttagen und einer ausgefallenen Doppelstunde.

Da sind wir also wieder am Donnerstag Morgen in alter Frische – bzw. Müdigkeit und versuchen uns mal wieder auf Fontane einzulassen... Ein wahrlich schwieriges Unterfangen...

„Eigentlich is es alles bloß langweilig.“[1]

Interessant, auch wenn Fontane diesen Satz in völlig anderen Zusammenhängen gebraucht, so ist es im Bezug auf sein ganzes Werk hübsch zutreffend, sozusagen eine unbewusste Selbsterkenntnis...

Wie nennt man das, wenn sich so’n alter Macker ne knackige 14-Jährige anschafft? Richtig: pädophile Prostitution! Wie auch immer. Der niedrige Stand (sonst so ach religiös und gläubig) ist froh, wenn so ne arme 13-Jährige[2] sich damit Geld beschaffen kann. Och, ist doch was feines.

Und dann immer auf die Religiosität und „keinen Sex vor der Ehe“ pochen – Ja, so was haben wir gerne. Obwohl... wenn die Kirche da so ist wie in Brechts Galilei, dann macht es ja nichts – da haben sowieso alle Dreck am Stecken: Die Kirche UND ihre Schäfchen. Passt wie die Faust aufs Auge.

Und nun kommt es, wie es kommen musste: Die Trennung (15. Kapitel). Allerdings gibt es keinen Rosenkrieg oder ähnliches[3], sondern nur ein einfaches „Adieu“ – kein Auf Wiedersehen!

Finger in’ Po, Mexiko! Paris, Athen, Auf Wiedersehen!

Jetzt geht’s aber unter die Gürtellinie! Kehren wir lieber zum Deutschunterricht zurück.

Hey, mit „Po“ meinte ich den Fluss in Italien. Aber du hast Recht, das wäre Erdkunde. Erdkunde ist tatsächlich unter der Gürtellinie[4].

Richtig! Erdkunde war das erste Fach, das ich abgewählt habe – direkt nach Physik... und Chemie... Religion... aber lassen wir das.

Wir kommen langsam weiter (Kapitel 16!) und jemand stellt fest, dass Käthe – Bothos dusselige[5] Ehefrau – sich nicht wirklich für Bothos Gefühle interessiert[6].



[1] „Irrungen, Wirrungen“, Theodor Fontane, Reclam, S. 91 Z. 11)

[2] A.d.A. 1: Ach, gerade war sie noch vierzehn…

[3] A.d.A. 1: Wie langweilig.

[4] A.d.A. 1: Hier: Äquator.

[5] Fallwort 10

[6] A.d.A. 1: Wozu Gefühle, wenn man / frau Sex haben kann?

Tag 9

18. September 2007


Das alte Lied...

An diesem Morgen beschäftigt uns die Frage (aus 1./2. Stunde Englisch): Hat Promiskuität[1] zwangsläufig etwas mit Sexualität zu tun? Gibt es so etwas wie zum Beispiel Essenspromiskuität? Und wenn ja, ist ein Vegetarier dann ein Essensmonogamist?

Die Welt der Fremdwörter ist wahrhaftig eine weite und lässt genügend Platz für geistreiche Spekulationen und Wortspiele – ganz im Gegenteil zu Fontane, der beschreibt und erzählt zu viel, als dass es da noch Platz genug für irgendwelche weitläufigen Gedanken geben könnte. Womit wir wieder beim Thema wären...[2]

Können wir dieses verdammte Buch vielleicht endlich mal beenden? Auf Dauer nervt es wirklich! Immerzu dieses Gejaule um Lene und das müde[3] Lächeln über Käthe – es ist doch sowieso immer das gleiche. Und dass Gideon (Lenes späterer Ehemann) besser ist als Botho, wie dieser abschließend (Schlusssatz) bemerkt, hätte ich ihm auch 50 Seiten vorher schon sagen könnte![4]

„Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser.“ Gideon besucht Botho um ihn über Lene und ihr Verhältnis auszufragen. Finden wir (zur Erinnerung: dieser Kurs besteht zu 95 % aus Weibsbildern) das gut?!

Soll das heißen Gideon misstraut Lene? Das ist wieder das doofe mit der lückenhaften deutschen Sprache: Misstrauen passt hier nicht, aber ein besseres Wort fällt uns nicht ein...

„Aber sie will nur, was sie glaubt verantworten zu können und wohl auch wirklich verantworten kann...“[5]

Endlich schneidet Fontane mal etwas existentiell wichtiges an: Freier Wille, Selbstbestimmung, Verantwortungsbewusstsein – handeln, ohne darauf zu hören, was andere, zum Beispiel die Gesellschaft, sagen oder festgefahrene Normen und Werte als „richtig“ bezeichnen.

Sowieso: Was ist überhaupt richtig und falsch? Wer legt das fest?[6]

Botho stellt fest (Kapitel 22): „Viel Freud, viel Leid. Irrungen, Wirrungen. Das alte Lied.“[7][8][9][10]



[1] Von „promiscuity“ – „Brave New World“, Aldous Huxley, Reclam

[2] A.d.A. 1: Autor 2 schläft

[3] A.d.A. 2: „Müde” – das ist das Stichwort des Tages

[4] Nachzutragendes Fallwort – fiel während der Schulkonferenz: „Bewegungslegastheniker“

[5] „Irrungen, Wirrungen“, Theodor Fontane, Reclam, S. 145 Z. 27 – 28

[6] A.d.A. 1: In Mathe – Herr Mengel.

[7] A.d.A. 2: Ja, das alte Lied – seit ungefähr 4 Wochen!

[8] A.d.A. 1: Ich muss dich korrigieren: Seit über 6 Wochen!

[9] A.d.A. 2: Entschuldige, ich habe das Zeitgefühl gänzlich verloren

[10] A.d.A. 1: Dann schlaf weiter.

Tag 7

25. August 2007


„Stürzen wir uns ins fünfte Kapitel!“

Diese Aufforderung klingt eindeutig bereits im Wortlaut zu dynamisch für diesen doch recht aktionsarmen, wenn auch wortgewandten Roman. Erneut dreht sich das Thema um Lene und Botho[1], im Focus steht ihr pseudoromantischer Mondscheinspaziergang im fünften Kapitel!

Meint Botho es wirklich ernst mit Lene? „Ach, Lene, du weißt gar nicht, wie lieb ich dich habe.“ Jaja, das sagen sie alle... Lene sagt ganz klar, dass das mit den beiden auf lange Sicht nichts geben kann – was für eine Blitzmerkerin! Um das zu wissen, hätte ich das Buch nicht lesen müssen.

„Schöne Männer sind schwach.“ Ja, man kann eben nicht alles haben, so tragisch das auch ist – Schönheit und Stärke – auch wenn Hollywood uns versucht etwas anderes weis zu machen: da kann man immer alles auf einmal haben (Natürlich nur mit der tatkräftigen Hilfe des hauseigenen Personaltrainers und – wer hätte das gedacht? – Botox!)

„Emotional engagiert[2]“ – was man nicht alles sein und fühlen kann: das Gefühlsspektrum des Menschen ist wirklich gigantisch...



[1] A.d.A. 1: Immer noch?

[2] Fallwort 9

Tag 6

23. August 2007


„Morgens, halb acht, in Deutschland...“

Die Müdigkeit sitzt noch tief in den Knochen, das sieht man allen an. „Die Stimmungskanone Botho“ schafft es auch nicht, die Gemüter zu wäcken[1][2]...

Aber, wie wir soeben feststellen, fehlt unserer Stimmungskanone die Tiefe und die Ernsthaftigkeit. Auf den ersten Blick scheint Botho ein reizender Kerl zu sein, ab dem zweiten wird’s dann düsterer – eigentlich ist er nämlich ein ziemlich oberflächlicher Bursche... oh weh... wie soll das mit ihm und der armen Lene nur weitergehen...

Gut, er meint es ja nicht böse, eigentlich ist er nur naiv und hat einen gewissen Hang zur „Sozialromantik“[3][4].

Lene – das perfekte Accessoire? Ach ja, so ein Stuhl ohne „Lene“ ist ja auch blöd... Aber wählte Botho nicht schon den Schemel?

Wäre das ganze ein Gedicht, hätten wir mit dieser Tatsache jetzt eine Metapher, die besagt, dass Botho den Stuhl mit „Lene“ ablehnt... Aha!..

„Ich verstehe nicht... das ist für mich nicht verstehbar[5]...“

Frau Dörr ist also Lenes Anstandswauwau und muss dafür Sorge tragen, dass Botho und Lene sich nicht einfach in die Büsche schlagen und wer weiß was miteinander anstellen – wenn’s das heute auch noch gäbe, dann gäbe es deutlich weniger unaufgeklärte Girlies, die sich morgens vorm Spiegel wundern, warum ihr Bauch immer runder wird...

Äh... Tumor?

So ähnlich. Nur, dass es keine Metastasen streut.

Aber wir schweifen ab: Verhältnis „Lene-Botho“?

Ich sage nur: Lene, Kind, mach die Augen auf! Hallo? Was will eine Frau mit einem Mann, der mehr redet als sie? Man bedenke doch bitte: Frauen müssen am Tag um die 20.000 Kommunikationsträger loswerden, Männer nur knapp 8.000. Aber so wie Botho redet, verplempert er Lenes Kommunikationsträger gleich mit!



[1] A.d.A. 1: wäcken?????????

[2] A.d.A. 2: Ich bin zu müde zum weiterschreiben…

[3] Fallwort 7

[4] A.d.A. 1: Gibt es dann auch Asozialromantik?

[5] Fallwort 8

Tag 5

21. August 2007


Wir werden uns noch umdrehen (ähm... umsehen...)

Und schon wieder eine Liste – dieses Mal für Interessenten einer Aufführung von Emilia Galotti - Unser Leben wird beherrscht vom Regime der Bürokratie.

Lene und Botho – Eine Schanze[1]

Also, was haben wir? Eine Bürgerliche, die einen Grafen liebt (Hat da jemand bei Lessing abgeschrieben??) – Eine Geschichte wie aus dem Leben gegriffen! Und nun die Frage aller Fragen: Hat ihre Liebe eine Chance? Bei „Verbotene Liebe“ hätten sie eine...

Das ewige Dilemma: Darf ein Alpha ein Delta[2] heiraten?

Effie Briest – Emilia Galotti... eigentlich alle “großen”[3] Geschichten über Frauen drehen sich ums gleiche Thema... Ein Teufelskreis: Der Traum vom Traumprinzen, die altbekannte Seifenblase.

Warum sind in solchen Geschichten eigentlich immer die Frauen, die Doofen, die auf die große Liebe reinfallen? Ganz einfach: Weil Geschichte von Männern geschrieben wird!

Gegendarstellung mit 5 Buchstaben:

(Die) Leiden des jungen Werther

Der war nicht verliebt – der war besessen (und hätte sich ruhig nach den ersten zehn Seiten schon erschießen können!)

Und schon wieder ein anderes Thema: Diskussion darüber, ob und wo Fontane seine Exposition beendet – Vielleicht sollten wir ihn anrufen oder eine Zeitreise machen! Hallo?! Woher soll ich wissen, was dieser... wie auch immer sich dabei gedacht hat?![4]

Und jetzt? Geht es um die liebe Liebe... Die Liebe ist kompliziert und voller Hindernisse – und das findet der Fontane erst jetzt raus? Das wusste ja sogar Shakespeare: „Ach dass die Liebe, die so lieblich scheint, es doch so grausam und tyrannisch meint.“[5]

„Diese absolute Nichtreaktion[6]... auf den Stuhl[7]“ So etwas gibt es? Dazu kommt aber auch noch die absolute Nichtreaktion auf Lenes Abwesenheit – könnte man Botho also als ignorant bezeichnen? Typisch Mann, fällt mir dazu nur ein...[8]



[1] Fallwort 4: Immer diese Deutschen, die schöne fremdsprachige Worte mit ihrer Aussprache verhunzen…

[2] Aldous Huxley, Brave New World

[3] A.d.A. 1: Ja, groß und langweilig!

[4] Fallwort 5: Katze / Katz’ (siehe „Irrungen, Wirrungen“ S. 6 Z. 21 – 22)

[5] William Shakespeare, „Romeo und Julia“

[6] Fallwort 6

[7] „Irrungen, Wirrungen“, Theodor Fontane, Reclam, S. 20 Z.30 / S. 21 Z. 6)

[8] A.d.A. 2: Emanzenstyle!

Tag 4

14. August 2007


Die Schule – eine Klassengesellschaft?!

Wenn man dieser Tage durch die Flure des Schulgebäudes oder den Schulhof schlendert, sieht man sich mit allerlei obskuren und merkwürdigen Gestalten konfrontiert, die – meistens – in Gruppen auftreten. Denn eins ist klar: die gesichtslose Masse der Schüler teilt sich heutzutage in unterschiedliche Lebensstile oder sollte ich Klassen sagen?[1]

Einen Großteil dieser Entwicklung verdanken wir unter anderem H&M, Myspace etc. Hier ist natürlich der Mainstream gemeint. Die High-Society würde es nicht einmal in Erwägung ziehen, ein solches Etablissement aufzusuchen.

High-Society schon in der Schule? Klingt komisch, ist aber so – die Aufteilung der ‚Klassen’ beginnt bereits im Jugendalter und zeichnet sich meist durch die Art und Weise der Kleidung aus.

Kleider machen Leute – sag mir, was du trägst und ich sag dir, wer du bist! So läuft das heute. Angefangen bei den Tokyo-Hotel-Fanatikern, die sich eigentlich mit ihrem Emostyle von der Masse abheben wollen, doch da sich dieser Style inzwischen zu einer (ziemlich merkwürdigen...) Modeerscheinung gewandelt hat, SIND sie DIE MASSE. Dann doch lieber alternativ.

So gesehen ist das allmorgendliche Vor-dem-Schrank-Stehen und Nachdenken, was man anziehen soll, mehr als eine Wahl der Kleidung – man trifft eine Wahl über Lebensstil, Einstellung, Charakter. Irgendwie erschreckend...

Nach diesem kurzen Abstecher in die Welt der Schülergesellschaft kehren wir jetzt endlich zurück zum Deutschunterricht - Die Frage: Was ist objektiv? Oder genauer gesagt, was ist „inter-subjektiv kontrollierbar“[2]?

Jede der dargestellten Personen hört das Auto – wer hört das wahre / wirkliche Geräusch?

Wahres Geräusch? Klingt komisch, ist aber so. Oder auch nicht... äh.. ja... insgesamt gibt es vier inter-subjektiv wahrgenommene Geräusche.

Das klingt mir alles zu komisch – Fontane ist da handfester.[3]

Behandeln wir nun die Frage, ist Fontanes Botho ein schleimiger Obermacho[4]oder ein netter und sympathischer Zeitgenosse? Naja, es gibt Leute, die stehen auf so was, aber meiner Meinung nach redet er zu viel[5]

Hier gehen die Meinungen deutlich auseinander, aber so kommt die Diskussion in Schwung – Kunststück: In einem Deutschkurs, bestehend aus Mädchen (bis auf zwei männliche Außenseiter, deren Existenz man kaum wahrnimmt) redet man über einen Mann – das ist als wenn man Öl ins Feuer gießt: sofort geht es heiß her...[6]

Und jetzt geht’s auch noch im Alkohol – also so was! Das Bildungswesen geht den Bach runter... Botho ist in dieser Konversation also angetrunken[7].

Aber: Das entschuldigt gar nichts![8]

Lene ist eine emanzipierte Frau – endlich ein interessantes Thema! Na toll – das Thema wird nur angeschnitten. Immer wenn es spannend wird! Über den Kerl reden wir fast ne halbe Stunde und für die Frau bleiben gerade mal drei Minuten – das ist Diskriminierung!

Beschäftigen wir uns also mit einer These Fontanes: „An den ersten 3 Seiten hängt immer die ganze Geschichte.“ Eine gewagte These und man muss sich jetzt natürlich fragen, ob der Autor von „Irrungen, Wirrungen“ hält, was er verspricht...

Er wäre ja schön doof, wenn er es nicht tun würde, oder?



[1] (A.d.A. (1): Hiermit führe ich das Element des ‘Fallwortes’ ein – Def.: Ein Fallwort ist ein Begriff, der während des Unterrichts oder einer Diskussion fällt und so genial oder bescheuert ist, dass er hier unbedingt Erwähnung finden muss. Fallwort 1: Kleintuddelsheim.)

[2] Definitiv: Fallwort 2

[3] A.d.A. (2): Alte Leute sind putzig? (Fallwort 3: putzig)

[4] A.d.A. (1): Als wüsste Fontane, was ein Obermacho ist…

[5] A.d.A. (1): Also mit dem könnte ich nichts anfangen…

[6] A.d.A. (2): Oder auch nicht *räusper*

[7] A.d.A. (1): „Kein Alkohol ist auch keine Lösung…“

[8] A.d.A. (2): Auch ich könnte diese Konversation eigentlich nur unter Alkohol aushalten...)

Tag 3

11. August 2007


Die Kunst des langsamen Lesens (-> langsames Denken?!)

Unsere Zeit wird beherrscht von Hektik (und offensichtlich auch vom schnellen Lesen...) und ab und zu braucht man einfach mal die Ruhe, einen Gang runter zu schalten und so beginnt der Lehrer die heutige Stunde (am Samstagmorgen!!!) mit den Worten: „Es mag vielleicht ironisch klingen, ist es aber nicht – Machen sie es sich so gemütlich wie möglich.“

Gesagt. Getan. So etwas lassen sich gerade Schüler nicht zwei mal sagen. Befassen wir uns also mit Theodor Fontanes ‚Irrungen Wirrungen’ – Erstes Kapitel.

Drei. Zwei. Eins. Los!

Ich sage nur: langsam lesen – nicht einschlafen! Es ist ein absolutes Unding, eine Geschichte, die sowieso schon jegliche Grenzen der Langeweile sprengt, so vorzulesen, dass sie die Wirkung von Baldriantropfen hat.

Ich habe wirklich nichts gegen Ruhe und langsames Lesen, aber das hier geht zu weit. Wer das geschrieben hat, sollte bestraft werden (Memo an mich: Theodor Fontanes Grab aufsuchen und ein paar Blumen abrupfen!)

Während der Lektüre des seltsamen Werkes laufen uns immer wieder unbekannte und sehr merkwürdige Begriffe über den Weg. Was zum Beispiel ist ein Ziehhund? Ist es (1) ein Hund, der von einer Ziehmutter aufgezogen wurde? Ist es (2) ein Hund, der etwas zieht? Oder ist es (3) ein Zugpferd, das sich nur als Hund verkleidet hat? Eins, zwei oder drei – Letzte Chance... VORBEI! Also? Kommen wir zur Klärung des Begriffs, den der gute Fontane uns da so einfach präsentiert...

Ziehhund: „Wegen Stall und so... äh? Hunde wurden vor kleine Karren gespannt. Ergo: Ein Hund, der zieht!

Wer hätte das gedacht.

„Lene hatte mittlerweile den Brief erbrochen." *1

Das Rückwärtsessen eines Briefes – sehr poetisch – haben die den keine Briefträger? (Das ist bestimmt eine frühere Form der eMail – und weil es noch keinen Computer gab, musste das Ding eben... irgendwo.. anders... ankommen... ja....)





*1 „Irrungen, Wirrungen“, Theodor Fontane, Reclam, S. 19

Sonntag, 25. November 2007

Tag 2

9. August 2007

Roepers Liste [1]


Endlich: Die langersehnten Lektüren sind da und Fräulein Roeper fördert eine mysteriöse Liste zu Tage, die sie dazu berechtigt von jedem einzelnen Kurzteilnehmer Geld zu verlangen und ihm im Gegenzug zwei kleine unscheinbare Heftchen auszuhändigen (Bücher, beziehungsweise ROMANE, sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren...). Leider haben nicht alle den gewünschten / eingeforderten Betrag dabei...

In unserer heutigen finanziellen Lage werden oft Kredite gefordert: „Ich hab’ kein Geld dabei, darf ich trotzdem ein Buch haben?“

Aber wie man deutlich sieht, hat die Jugend von heute kein Geld mehr, schnorrt sich durchs Leben und versinkt in den Tiefen hoffnungsloser Depressionen (Standartzitate zur ersten Stunde: „Ich hab keinen Bock!“ & „Ich bin müde...“) – wenn man nicht einmal Geld für eine Deutschlektüre hat. Armes Deutschland.

Der perfekte Übergang – Das Brot von Wolfgang Borchert (Ich dachte immer, das wäre von Berti Brecht – es heißt doch, Bert das Brot, oder nicht?). Jeder frisst dem anderen das Brot weg. Was? Kommunikationsprobleme? Häh?

Es entsteht eine aufgeregte Diskussion darüber, ob die Ehe der Protagonisten nun längst hinfällig oder noch voller Liebe ist. Ich muss ja gestehen, dass ich diese Geschichte tierisch nervig finde, um nicht zu sagen, dass sie mir auf den Keks geht. Sie einmal zu bearbeiten ist ja schön und gut, aber vier bis fünf mal innerhalb von vier Jahren – DAS IST ZU VIEL!

Alle Jahre wieder kommt die Extraportion Brot auf den Tisch! (Nutella auf’s Brot, da hast’ was drauf!)[2]

So ist das – mit Nutella wäre diese Geschichte gleich viel erträglicher.

Aber ich sehe, wir kommen der Sache näher: die Protagonisten befinden sich in einer Extremsituation[3].

Ich glaube, die Sache wäre nicht glimpflich ausgegangen, wenn er das letzte Stück Schokolade für sich behalten hätte, ihr es sogar gestohlen hätte!

Das wäre dann wohl der dritte Weltkrieg geworden... Ich finde, die Diskussion dreht sich im Kreis: Hätte, wäre, könnte – nichts als Spekulatius, was wäre wenn. Ich bin genervt und gelangweilt – kann mir jemand sagen: Worum geht’s in dieser verdammten Geschichte?!

„Das sind Dinge, von den’ ich gar nichts wissen will! Lass mich doch in Ruh’ und texte mich nicht zu...“[4]




[1] Siehe „Schindlers Liste“

[2] A.d. A. (1): Daran sieht man mal wieder: Die heutige Jugend ist nicht nur arm, sondern auch noch medienversucht.

[3] A.d.A. (1): Was? Haben sie keine Schokolade mehr? Die Armen...

[4] Die Ärzte „Dinge von denen...“

Tag 1

7. August 2007

Wir stehen vor einem Trümmerhaufen!

(Im wahrsten Sinne des Sprichwortes!)

Günter Eich: „Inventur“


Dies ist meine Mütze,

Dies ist mein Mantel,

Hier mein Rasierzeug

Im Beutel aus Leinen.

Konservenbüchse:

Mein Teller, mein Becher,

Ich hab in das Weißblech

Den Namen geritzt.

Geritzt mit diesem

Kostbaren Nagel,

Den vor begehrlichen

Augen ich berge.

Im Brotbeutel sind

Ein Paar wollene Socken

Und eigenes, was ich

Niemand verrate.

So dient es als Kissen

Nachts meinem Kopf.

Die Pappe hier liegt

Zwischen mir und der Erde.

Die Bleistiftmine

Lieb ich am meisten:

Tags schreibt sie mir die Verse,

die nachts ich erdacht.


Dies ist mein Notizbuch,

Dies ist meine Zeltbahn,

Dies ist mein Handtuch,

Dies ist mein Zwirn.

Das ist doch mal ein schöner Anfang – wahrhaft metaphorisch: Trümmerliteratur – wir fangen am Ende (des Krieges) an. Wir sprechen von Rasierzeug und Beschäftigungstherapie und fragen uns, ob das, was wir hier machen, nicht die eigentliche Beschäftigungstherapie ist. Denn immerhin: Warburg goes Zentralabitur – wie soll uns da dieses Geschwafel von kostbaren Nägeln, Brotbeuteln und Bleistiftminen weiterhelfen? Wahrhaftig, eine merkwürdige Vorstellung. Vermutlich aber bleibt uns nur eins: Vertrauen in den Führer... ähm... Lehrer...

Wir stellen fest, dass der Mann, das lyrische Ich, eine Eigenschaft innehat, die eigentlich sehr untypisch für die Gattung Mensch ist: Er ist zufrieden mit dem, was er hat. Bewundernswert – Ich will immer das, was ich nicht habe (und ich glaube, damit spreche ich für einen Großteil der Bevölkerung)[1]

Andreas Gryphius: „Tränen des Vaterlandes, anno 1636

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!

Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun,

Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Kartaun

Hat aller Schweiß und Fleiß und Vorrat aufgezehret.

Die Türme stehn in Glut, die Kirch ist umgekehret,

Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun,

Die Jungfraun sind geschänd’t, und wo wir hin nur schaun,

Ist Feuer, Pest und Tod, der Herz und Geist durchfähret.

Hier durch die Schanz und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.

Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut,

Von Leichen fast verstopft, sich langsam fort gedrungen.

Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod,

Was grimmer denn die Pest und Glut und Hungersnot,

Dass auch der Seelenschatz so vielen abgezwungen.

Komisch, sonst sagen sie doch immer: Früher war alles besser. Aber er findet das wohl nicht. Schade. Seine zentralen Punkte sind schnell gefunden (er wiederholt sie ja auch oft genug...): Blut, Tod usw.

Wieder fällt ein neues Wort: Lakonie? Moment... lakonisch? Kann man das essen? Aha... ein Stielmittel (Besenstil?) Ach so – nüchtern. Ja, das versteht unsereins natürlich (was für eine verkommene und vom Alkohol beherrschte Gesellschaft...). Günter Eich schreibt offensichtlich sehr lakonisch, quasi nüchtern – Gryphius nicht, der war besoffen. Klingt auch so.

Ihr sollt nicht reflektieren, nicht nachdenken. Seid lakonisch. Vor allem im DeutschLK.

The end.

Fin.

Ende.

Fine.

To be continued.[2]



[1] A.d.A. (1): Ich will Schokolade!

[2] A.d.A. (1): Es ist wirklich erstaunlich, wie linguistisch begabt wir sind…