9. August 2007
Roepers Liste [1]
Endlich: Die langersehnten Lektüren sind da und Fräulein Roeper fördert eine mysteriöse Liste zu Tage, die sie dazu berechtigt von jedem einzelnen Kurzteilnehmer Geld zu verlangen und ihm im Gegenzug zwei kleine unscheinbare Heftchen auszuhändigen (Bücher, beziehungsweise ROMANE, sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren...). Leider haben nicht alle den gewünschten / eingeforderten Betrag dabei...
In unserer heutigen finanziellen Lage werden oft Kredite gefordert: „Ich hab’ kein Geld dabei, darf ich trotzdem ein Buch haben?“
Aber wie man deutlich sieht, hat die Jugend von heute kein Geld mehr, schnorrt sich durchs Leben und versinkt in den Tiefen hoffnungsloser Depressionen (Standartzitate zur ersten Stunde: „Ich hab keinen Bock!“ & „Ich bin müde...“) – wenn man nicht einmal Geld für eine Deutschlektüre hat. Armes Deutschland.
Der perfekte Übergang – Das Brot von Wolfgang Borchert (Ich dachte immer, das wäre von Berti Brecht – es heißt doch, Bert das Brot, oder nicht?). Jeder frisst dem anderen das Brot weg. Was? Kommunikationsprobleme? Häh?
Es entsteht eine aufgeregte Diskussion darüber, ob die Ehe der Protagonisten nun längst hinfällig oder noch voller Liebe ist. Ich muss ja gestehen, dass ich diese Geschichte tierisch nervig finde, um nicht zu sagen, dass sie mir auf den Keks geht. Sie einmal zu bearbeiten ist ja schön und gut, aber vier bis fünf mal innerhalb von vier Jahren – DAS IST ZU VIEL!
Alle Jahre wieder kommt die Extraportion Brot auf den Tisch! (Nutella auf’s Brot, da hast’ was drauf!)[2]
So ist das – mit Nutella wäre diese Geschichte gleich viel erträglicher.
Aber ich sehe, wir kommen der Sache näher: die Protagonisten befinden sich in einer Extremsituation[3].
Ich glaube, die Sache wäre nicht glimpflich ausgegangen, wenn er das letzte Stück Schokolade für sich behalten hätte, ihr es sogar gestohlen hätte!
Das wäre dann wohl der dritte Weltkrieg geworden... Ich finde, die Diskussion dreht sich im Kreis: Hätte, wäre, könnte – nichts als Spekulatius, was wäre wenn. Ich bin genervt und gelangweilt – kann mir jemand sagen: Worum geht’s in dieser verdammten Geschichte?!
„Das sind Dinge, von den’ ich gar nichts wissen will! Lass mich doch in Ruh’ und texte mich nicht zu...“[4]
[1] Siehe „Schindlers Liste“
[2] A.d. A. (1): Daran sieht man mal wieder: Die heutige Jugend ist nicht nur arm, sondern auch noch medienversucht.
[3] A.d.A. (1): Was? Haben sie keine Schokolade mehr? Die Armen...
[4] Die Ärzte „Dinge von denen...“
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